February 21, 2021, 12:42 pm

Abenteuer Pflege

Der Alltag in der Pflege kann ziemlich abenteuerlich sein. Täglich passieren unvorhergesehene Dinge - schöne wie nicht so schöne.

Wie in jedem Abenteuer musst du dich blind auf dich, dein Team und dein Equipment verlassen können. Speziell das Vorbereiten deiner Ausrüstung ist essenziell für den Verlauf und den Erfolg deines Tages. Diese kann entweder absolut reibungslos oder selbst ein Abenteuer sein. Wieso jedoch Energie vergeuden für etwas so banales wie einfache Standardabläufe?

Letztens hat mir im Gespräch mit einem Geschäftsführer eines Pflegedienstes von einem unordentlichen Medikamentenschrank berichtet. Er hat erzählt, dass einer seiner Pfleger sich ziemlich darüber ärgern musste, dass dort Unordnung geherrscht hat und zu wenig vom Notwendigen da war. Das kostet unnötige Zeit und Energie. Und Zettelchen auf den Schrank kleben „bitte ordentlich halten“ helfen nur kurz, wenn überhaupt.

Wir haben dort kurzfristig eine Initiative ins Leben gerufen, um schnellstmöglich den idealen Medikamentenschrank zu gestalten. Wir haben schon eine ziemlich geniale Vorstellung, wie es optimiert werden kann.

Parallel dazu habe ich mir natürlich Gedanken gemacht, ob sich der abenteuerliche Alltag in einem Pflegeheim oder in anderen Einrichtungen der Gesundheitsbranche generalisieren lassen kann. Ich habe ja in meinen verschiedenen Studien gelernt, Sichtweisen zu abstrahieren und zu generalisieren. Ich bin auf folgendes Modell gekommen.

Das ReProKaU-Modell. Es steht für Regelbetrieb, Projekt, Katastrophe (Krise) und Unfall (Notfall).

Alles, was regelmäßig zu tun kann und sich auch langfristig planen lässt wird als Regelbetrieb bezeichnet. Hier helfen standardisierte Prozesse und Abläufe sowie Schulungen und kontinuierliche Verbesserungen, um sowohl Effizienz als auch Effektivität zu steigern.

Unregelmäßige aber langfristig planbare Ereigbnisse sind Projekte und lassen sich entweder mit agilen oder klassischen Projektmanagementmethoden planen und organisieren. Die neuerliche Impfungen in den Einrichtungen sind solche Projekte. Aber auch der Ausflug mit der Belegschaft oder den Bewohnern.

Kurzfristige Eregnisse, welcher (zum Glück) unregelmäßig, gar selten vorkommen, sind Katastrophen - oder Krisen. Dies sind beispielsweise Corona, ein Feuer im Heim oder ähnliches. In solchen Situationen ist ein starkes Krisenmanagement und eine starke Führung gefragt.

Unfälle passieren nun einmal. Auch wenn wir alles versuchen sollten, diese zu vermeiden, passieren sie doch regelmäßig, jedoch ungeplant. Mit einem guten Risiko-Management lassen sich sowohl Häufigkeit (Auftrittswarscheinlichkeit) als auch die Schwere des Ereignisses reduzieren.

In der Praxis zeigt sich nun, dass durch das Risikomanagement Unfälle und Notfälle planbar gemacht werden können und so stärker mit dem Regelbetrieb verwoben werden können. Und ein starkes Krisenmanagement geht schnellstmöglich ein ein starkes Projektmanagement über. Also sobald die gröbsten Auswirkungen der Krise beseitigt sind schnellstmöglich in einen geregelten Ablauf übergeben und die Krise so schnell wie möglich beseitigen.

In den unterschiedlichen Einrichtungen und Unternehmen sind die Anteile der vier Bereiche unterschiedlich stark ausgeprägt. In einer Notaufnahme ist der Anteil an Unfällen (also ungeplanten und regelmäßigen Ereignissen) um ein vielfaches höher als in einem Pflegeheim. Da diese Notfälle jedoch zur Tagesordnung gehören, ist das Risiko-Management und die Prozesse dort so stark etabliert, das diese Unfälle zum Regelbetrieb gehören. Dennoch kann es vorkommen, dass in einer Notaufnahme eine Krise ist und die Kapazitäten überbeansprucht.

Wie sind in deinem Unternehmen die Anteile im ReProKaU-Modell verteilt? Was lässt sich noch verbessern? Was läuft vielleicht nicht so, wie es sollte? Wo gibt es Handlungsbedarf?

Wir haben uns darauf spezialisiert, die Abläufe in Einrichtungen der Gesundheitsbranche so zu optimieren, dass ein ideales Umfeld geschaffen wird, in dem alle Menschen aufblühen und gerne leben und arbeiten können.

Klingt interessant und du möchtest mehr erfahren? Dann kontakiere uns doch einfach.

@ Andreas Kriwan.

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